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Die Charaktere des Buches kurz vorgestellt



Ewa

Habe ich dir eigentlich schon von Ewa erzählt? Meiner Zwillingsschwester. Nein – nicht echt. Eine Fantasie, ein Deckmantel für mein eigenes Ich, sorgfältig erschaffen, damit ich mich niemals verspreche.

Und doch erzählen kann, was wirklich passiert ist – ohne ein einziges Mal direkt zu lügen.

Verspreche ich mich trotzdem, genügt ein Satz: Das war Ewa. Ich bin gerade etwas durcheinander. Niemand fragt weiter.

So kann ich erzählen, dass Ewa gleichzeitig mit drei Männern eine Beziehung führt – der neueste ein Polizist. Sie nennt sie alle Schatz. Nie verwechselt sie einen Namen, nie verrät sie sich.

Und wenn ich sage, ich gehe mit Ewa aus, dann meine ich in Wahrheit: Ich habe ein Date. Mit einem potenziellen Lover. Ewa lügt nie – sie ist einfach nur nie da gewesen.

Bald auch: meine Tante aus Büderich, Yank, Marc, Freddy und Jean.

JoyClub Umfrage

Heute startet eine große Umfrage auf JoyClub, denn viele Menschen führen ein Doppelleben. Dabei schreiben wir in erster Linie gezielt Männer an und hoffen, sie morgen persönlich auf einer Veranstaltung zu treffen.

Fragen, die uns interessieren:

Weiß deine Familie von deiner Joy-Welt?
Darf eine Frau ein Doppelleben führen?

Ein Kapitän auf hoher See, oft fern der Heimat, aber immer mit wertvollen Mitbringseln aus dem Westen zurückkehrend – darunter Medikamente für meine Mutter, die als Hausärztin arbeitete. So sehr ich ihn in dieser Zeit vermisste, so sehr gaben mir meine Großeltern Geborgenheit und Liebe.

Selbst wenn mein Vater zuhause war, ging meine Mutter in ihrer Arbeit auf – Menschen zu helfen war ihre wahre Berufung. Die Medikamente aus dem Westen, die mein Vater mitbrachte, machten sie im Dorf zu einer geschätzten und beliebten Persönlichkeit.


ODER

Ein Vater, der zugleich Tyrann und einfacher Mann war, mit einem Hang zum selbstgebrannten Schnaps – geprägt von Armut, in der Geld stets knapp war.

Meine Mutter trug tiefen Groll gegen ihn, vermutlich verliebt in einen anderen Mann. Auch sie floh oft in die Arbeit, fern von zuhause – vielleicht, um meinem Vater zu entkommen. Wenig Liebe prägte unser Zuhause, ebenso wie die enge Bindung zu meinem Bruder, den ich bis heute schmerzlich vermisse.

Trotz allem gab meine Mutter immer ihr Bestes – das trage ich bis heute mit großer Dankbarkeit in mir. Umso schwerer wog es, dass mir die Flucht aus Polen die Teilnahme an ihrer Beerdigung unmöglich machte.

„Mir ist bewusst, dass ich lüge – und genauso bewusst ist mir, dass mein Gegenüber es längst durchschaut hat. Trotzdem lüge ich weiter.,
als eine helfende Hand anzunehmen.“

Ärgerlicher Zwischenfall – Unterlagen im Eissalon zurückgelassen

Ein ärgerlicher Zwischenfall hat sich ereignet: Beim jüngsten Treffen mit einem Verlag wurden sämtliche Unterlagen versehentlich in einem Eissalon zurückgelassen – ausgerechnet an einem Ort, den ich schätze und mit dem mich bislang nur gute Erinnerungen verbinden.

Sollten dort Geschichten, Dokumente oder sogar Bilder auftauchen – darunter möglicherweise Fotos aus den frühen 2000er-Jahren – würde ich mich sehr freuen, wenn du dich bei mir meldest.

In den vergangenen Tagen haben wir wichtige Informationen von ehemaligen Mitarbeitern des Casino Polonia sowie von einem Taxifahrer erhalten.

Die Hinweise stehen im Zusammenhang mit der ehemaligen Buchhalterin, gegen die Betrugsvorwürfe erhoben wurden.

Wir arbeiten diese neuen Erkenntnisse derzeit in ein weiteres Kapitel unseres Buches ein.

Ihre Meinung ist gefragt

Das ehemalige Casino Polonia hat uns nach den Kontaktdaten der ehemaligen Buchhalterin gefragt.

Hintergrund ist, dass gegen sie wegen des Verdachts der Veruntreuung von rund 400.000 Euro Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden sollen.

Wie würden Sie entscheiden?

✅ Option 1
Ja, aber nur unter der Bedingung, dass ein möglicher Schadensersatz an einen guten Zweck – zum Beispiel ein Kinderheim – gespendet wird.
❌ Option 2
Nein, die Kontaktdaten sollten nicht herausgegeben werden.
⚖️ Option 3
Ja, jeder sollte für die Folgen seiner Taten geradestehen.

Was ist Ihre Meinung?
Schreiben Sie Ihre Antwort gerne in die Kommentare.

Wir suchen Co-Autorinnen und Co-Autoren für spannende Projekte

In erster Linie suchen wir Frauen und Männer, die ein Doppelleben führen oder geführt haben.

Besonders interessieren uns Menschen, die den ersten Schritt zu einem Neuanfang machen und reinen Tisch machen möchten, oder diejenigen, die ihre Erfahrungen teilen möchten: Wie haben sie es geschafft, mit den Lügen aufzuhören und ein ehrliches Leben zu führen?

Wenn Sie Ihre Geschichte erzählen oder als Co-Autorin bzw. Co-Autor mitwirken möchten, freuen wir uns auf Ihre Nachricht.


Buch & Film

Gemeinsam möchten wir ein fesselndes Buch schreiben, das das Potenzial zum Bestseller hat und später als Film umgesetzt werden kann.


Potocki

Außerdem haben wir uns drei weitere spannende Domains gesichert:

Der Name „Potocki“ hat einen hohen Wiedererkennungswert und birgt großes Potenzial für die weitere Entwicklung des Projekts.

Roulette in der eigenen Tasche

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Das längste Bewerbungsgespräch

Während des Urlaubs oder wenn die Hauptbuchhalterin krank war, übernahm ich meistens ihre Vertretung. Mit der Zeit kannte ich ihre Aufgaben fast genauso gut wie sie selbst.

Nun hatte sie eine Beförderung erhalten.

Ihre Stelle war frei.

Und ich wollte sie.

Keine Nachtschichten mehr als Croupière. Keine langen Stunden am Roulettetisch. Allerdings würde ich auch auf das Trinkgeld verzichten müssen – zumindest offiziell.

Doch dieser Gedanke beschäftigte mich nicht lange.

In meiner neuen Funktion würde ich schließlich selbst darüber entscheiden, wie das Trinkgeld verteilt wird. Zum ersten Mal hätte ich Einfluss auf etwas, das bislang andere bestimmten.


Der Casinodirektor war zunächst noch nicht von mir überzeugt. Immer wieder musste ich ihn davon überzeugen, dass ich die richtige Person für diese Position war.

Wenn ich ehrlich bin, spielte dabei auch ein wenig Flirten eine Rolle. Nie aufdringlich und nie übertrieben – eher kleine Gesten, ein Lächeln zur richtigen Zeit oder ein selbstbewusstes Auftreten.

Auf meine Kleidung achtete ich dabei ganz bewusst. Elegant und gepflegt, aber niemals zu freizügig. Ich wollte seriös wirken und gleichzeitig einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Balance war mir wichtig: genug, um positiv aufzufallen, aber nie so viel, dass es billig oder unangemessen wirkte.

Na ja, hin und wieder spielte ich dieses Spiel mit. Er wollte mehr, und ich vermittelte ihm den Eindruck, dass auch von meiner Seite vielleicht mehr möglich wäre.

Es blieb jedoch bei Andeutungen. Ich wusste genau, wo meine Grenze lag, und hatte nie die Absicht, sie zu überschreiten.


Bei den Gästen als Croupière war das anders. Mit einigen traf ich mich auch nach der Arbeit – mal auf einen Kaffee, mal auf ein Abendessen und, ja, manchmal auch in ihrem Hotelzimmer.

Jedes dieser Treffen war für mich eine Lektion. Ich beobachtete, wie Menschen dachten, wie sie kommunizierten, was sie anziehend fanden und wie sie Entscheidungen trafen. Rückblickend war jedes dieser Zeitfenster eine Schule des Lebens – eine Schule, in der ich mehr über Psychologie, Beziehungen und Macht lernte als in jedem Klassenzimmer.

Gleichzeitig perfektionierte ich meine Lügen. Ich lernte, Geschichten glaubwürdig zu erzählen, meinen Auftritt gezielt einzusetzen und mich auf jede Situation vorzubereiten. Spontanität spielte dabei kaum eine Rolle. Alles wurde sorgfältig geplant. Ich wollte nichts dem Zufall überlassen.